Audi-Werk in Brüssel schließt: Produktion endet nach 76 Jahren

Nach 76 Jahren ist Schluss: Audi stellt die Produktion im Werk Brüssel ein. Trotz des wachsenden Marktes für Elektroautos konnte das Werk nicht wirtschaftlich betrieben werden. Die Schließung betrifft Tausende von Arbeitsplätzen und wirft Fragen zur Zukunft des Standorts auf.

Audi-Werk Brüssel: Ein traditionsreicher Standort schließt

Seit 1949 wurden in Brüssel Fahrzeuge produziert. Erst unter Studebaker, später unter Volkswagen und zuletzt unter der Marke Audi. Hier lief der beliebte Audi A1 vom Band, bis Audi 2018 die Produktion des Elektro-SUV Q8 e-tron übernahm. Nun endet diese Ära. Die Entscheidung zur Schließung wurde Ende 2024 getroffen, nachdem mehrere Faktoren den Betrieb unrentabel machten.

Warum Audi das Werk in Brüssel schließt

Obwohl Elektroautos weltweit gefragt sind, konnte sich der Q8 e-tron nicht am Markt durchsetzen. Die Verkaufszahlen sanken drastisch: von 13.000 Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2022 auf nur noch 4.300 im letzten Jahr. Ein weiteres Problem war die begrenzte Fläche des Werks, das keine Erweiterung zuließ. Mit einer maximalen Kapazität von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr war der Standort im Vergleich zu anderen Autofabriken zu klein, um profitabel zu arbeiten. Audi entschied daher, seine Produktion auf effizientere Standorte zu verlagern, um die Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben.

3.000 Audi-Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

Von der Schließung des Werks sind rund 3.000 Audi-Beschäftigte betroffen. Sie erhalten über einen Sozialplan Abfindungen. Auch viele Zuliefererfirmen sind in Mitleidenschaft gezogen, Hunderte weitere Arbeitsplätze fallen weg. In den letzten Tagen kam es zu Protesten, bei denen höhere Abfindungen gefordert wurden. Die Arbeiter fordern bessere Unterstützung und Perspektiven für die Zukunft, da viele von ihnen Jahrzehnte lang für Audi gearbeitet haben.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Schließung

Die Stilllegung des Audi-Werks hat auch Folgen für die lokale Wirtschaft in Brüssel. Zulieferbetriebe und Dienstleister, die auf das Werk angewiesen waren, müssen nun nach neuen Auftraggebern suchen. Branchenkenner befürchten, dass die Schließung sich negativ auf den Arbeitsmarkt in der Region auswirkt und die Automobilindustrie in Belgien weiter schrumpft.

Zukunft des Werksgeländes: Industrie oder Rüstungsstandort?

Unklar ist, was mit dem 54 Hektar großen Areal geschieht. Die Stadt Brüssel bevorzugt eine industrielle Nutzung, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es gibt jedoch auch Spekulationen, dass die Rüstungsindustrie Interesse an dem Standort haben könnte. Erste Gespräche mit potenziellen Investoren laufen bereits, doch eine finale Entscheidung steht noch aus. Sollte das Gelände industriell genutzt werden, könnte dies Arbeitsplätze für ehemalige Audi-Mitarbeiter schaffen und die wirtschaftlichen Folgen abmildern.

Ein Standort mit Geschichte verschwindet

Die Audi-Werksschließung in Brüssel markiert das Ende eines bedeutenden Produktionsstandorts. Hohe Produktionskosten, eine ungünstige Lage und sinkende Verkaufszahlen machten den Betrieb unrentabel. Die Entscheidung wirft nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter, sondern auch für die Stadt Brüssel wirtschaftliche Fragen auf. Die Zukunft des Geländes bleibt ungewiss, während viele ehemalige Beschäftigte vor einer unsicheren Zukunft stehen.

 

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