Übernahmeangebot: Mars beflügelt Pringles-Hersteller Kellanova

Der Süßwarenhersteller Mars hat heute den Aktionären von Kellanova (ex Kelloggs) ein erfreuliches Übernahmeangebot unterbreitet: 83,50 US-Dollar je Aktie. Kellanova ist unter anderem für seine Pringles-Chips bekannt. Der Aktienkurs des Unternehmens reagierte prompt und näherte sich dem angebotenen Übernahmekurs an. Nachdem die Papiere gestern den Handelstag mit einem Kurs von 74,50 US-Dollar beendet hatten, starteten sie heute morgen 7,7 Prozent stärker bei 80,00 US-Dollar und legten im Laufe des Handeltages auf bis zu 80,46 US-Dollar zu. 

Gerüchte pushten Kurs

Die gesamte Transaktion wird auf ein Volumen von knapp 36 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden beziffert. Das ist die größte Übernahme in 2024, die zwei wichtige Lebensmittelkonzerne zusammenbringt. 

Das Übernahmeangebot kommt nicht ganz überraschend. Das „Wall Street Journal“ hat bereits vor der offiziellen Ankündigung über einen bevorstehenden Deal berichtet. Und es kursierten entsprechende Gerüchte, weshalb Analyst Nik Modi von RBC die Aktie letzte Woche auf „Outperform“ hochstufte. 

In den letzten Tagen war der Kurs bereits deutlich gestiegen. Er hat seit Ende Juli 29 Prozent zugelegt.

Übernahme soll Anhängigkeit von Kakao vermindern

Analysten glauben, dass diese Transaktion für die Snack-Strategie von Mars sinnvoll ist, und zwar aus mehreren Gründen. Einer davon ist, dass sich das Wachstum der Unternehmen derzeit verlangsamt. In solchen Phasen werden gerne Übernahmen angestrebt, die das Wachstum stützen. Zudem bemüht sich Mars bereits seit einiger Zeit, sich mit Aktivitäten außerhalb des traditionellen Süßwarengeschäfts insgesamt breiter aufzustellen.

Verbraucher reagieren derzeit mit Zurückhaltung auf Preiserhöhungen. Die Unternehmen versuchen, da gegenzusteuern, indem sie neue Produkte auf den Markt bringen und in neue Märkte eintreten. Kellanova hat sich bisher besser als die Konkurrenz geschlagen und zuletzt diverse gute Zahlen vorgelegt. 

Der Mars-Konzern befindet sich in Privatbesitz. Das Geschäft ist stark schokoladenlastigen Geschäft und somit von den rekordhohen Kakaopreisen abhängig. Die angepeilte Übernahme verringert diese Abhängigkeit.

Risiken begrenzt

Aus regulatorischer Sicht sollte es für die Übernahme nur begrenzte Risiken geben. Was die Bewertung betrifft, ist davon auszugehen, dass der Aufschlag am unteren Ende der Vergleichsspanne liegt. Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass die Sektorbewertungen aktuell unter dem historischen Niveau liegt.

Analysten vermuten, dass diese Transaktion den Höhepunkt eines mehrjährigen Restrukturierungs- und M&A-Prozesses darstellt. Erst im vergangenen Jahr war Kellanova aus dem Kellogg-Konzern ausgegliedert worden. 

Die Übernahme dürfte den Snack-Umsatz von Mars auf 36 Milliarden Dollar verdoppeln. Nach derzeitigen Erkenntnissen würde Kellanova etwa 13 Milliarden zu diesem Ziel beitragen.

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