Aktien Investment – Vorzüge und Risiken gegenüberstellen

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Nach wie vor gehört Deutschland zu den Ländern, die innerhalb von Europa mit die niedrigste Aktienquote haben. Insbesondere in den nordeuropäischen Staaten, wie zum Beispiel Schweden oder Dänemark, ist der Anteil der Aktionäre wesentlich höher. Experten fragen sich daher kontinuierlich, woran das liegen könnte. Ein Grund ist sicherlich, dass viele Anleger das Risiko der Anlage in Aktien überschätzen oder die mögliche Erträge unterschätzen. Deshalb möchten wir in unserem Beitrag den Vor- und Nachteilen einer Aktienanlage einmal näher auf die Spur kommen.

Was sind Aktien eigentlich?

Die meisten Menschen in Deutschland werden Aktien kennen, aber nicht alle. Deshalb möchten wir zu Beginn unseres Beitrages kurz erläutern, worum es sich bei Aktien überhaupt handelt. Aktien sind Anteilsscheine an einem Unternehmen, genauer gesagt an einer Aktiengesellschaft. Diese hat ein bestimmtes Grundkapital. Werden anschließend Aktien ausgegeben, beteiligen Sie sich als Aktionär an eben diesem Grundkapital. Anders ausgedrückt: Ihnen gehört ein – wenn auch sehr kleiner Teil – der Aktiengesellschaft. Damit verbunden ist, dass Sie sogenannte Aktionärsrechte besitzen.

Diese bestehen vor allem im Stimmrecht, welches Sie auf der Hauptversammlung ausüben dürfen. Zudem müssen Sie an einer Dividende beteiligt werden, falls die AG die Ausschüttung einer solchen beschließt. Aktien können Sie sowohl an der Börse als auch außerbörslich handeln. Dazu benötigen Sie lediglich ein Depot bei einer Bank oder einem Broker. Anschließend können Sie über das zur Verfügung gestellte Handelssystem Aufträge erteilen, um auf diese Weise sowohl Aktien zu kaufen als auch verkaufen. Das passiert in der Regel in Sekundenschnelle, wenn die Order ausgeführt wird.

Wie hoch ist die Rendite bei Aktien?

Diese Frage lässt sich deshalb pauschal nicht beantworten, weil die Rendite je nach Wertpapier extrem unterschiedlich ausfallen kann. Darüber hinaus kommt es sehr darauf an, über welchen Zeitraum hinweg Sie in die Wertpapiere investieren. Die Renditen sehen somit auch beim gleichen Wertpapier von Jahr zu Jahr zum Teil sehr unterschiedlich aus. Trotzdem gibt es eine Durchschnittsrendite, die sich dann allerdings auf sämtliche Aktien an allen Märkten bezieht, also auf mehrere Tausend Wertpapiere und um den Globus.

Im Durchschnitt und langjährigen Verlauf betrachtet erzielen Anleger mit Aktien eine Jahresrendite von 6,5 bis 8,5 Prozent pro Jahr. Das ist ein durchaus stattlicher Ertrag, insbesondere dann, wenn man die Erträge von Aktien den Zinsen für andere Anlageformen gegenüberstellt. Mit dieser durchschnittlichen Rendite sind allerdings nur die Kursgewinne gemeint. Dividenden sind noch nicht einmal mit einbezogen.

Aktienanlage bedeutet ein hohes Risiko?

Auf der einen Seite spricht die sehr gute Rendite definitiv aus Sicht vieler Anleger für ein Investment in Aktien. Auf der anderen Seite entscheiden sich allerdings zahlreiche Investoren gegen die Aktienanlage, nämlich aufgrund des angeblich hohen Risikos. Natürlich ist es richtig, dass bei einem Investment in solche Wertpapiere ein Totalverlust nie ausgeschlossen werden kann. Wird die Aktiengesellschaft insolvent, heißt das für die meisten Aktionäre oft, dass sie ihr gesamtes Kapital verlieren.

Auf der einen Seite ist die Wahrscheinlichkeit gerade bei den größeren Aktienwerten relativ gering, dass es zu einem solchen Totalverlust kommt. Auf der anderen Seite bestätigen hier Ausnahmen durchaus die Regel, wie der jüngste Fall Wirecard zeigt. Allgemein gilt allerdings, dass Aktien in Form der Standardwerte nicht in die höchste Risikoklasse fallen. Das bedeutet, dass ein Investment in die Wertpapiere zwar mit einem Risiko verbunden ist, die Aktienwerte allerdings dennoch keinesfalls als spekulativ bezeichnet werden müssen.

Risikomanagement hilf beim Reduzieren und Verhindern von Verlusten

Das Positive bei einer Anlage in Aktien ist, dass Sie aktiv etwas dazu tun können, um Ihr Verlustrisiko zu begrenzen. Das wiederum erhöht die Sicherheit, die mit der Anlage in Aktien verbunden ist. Man spricht in dem Zusammenhang vom sogenannten Risikomanagement. Dies umfasst mehrere Bestandteile, insbesondere:

  • Diversifikation
  • Überwachung der Märkte
  • Stop-Loss Order

Wichtig ist bei einer Anlage in Aktien mit einem längerfristigen Anlagehorizont vor allem die Diversifikation. Damit ist gemeint, dass Sie Ihr Kapital nicht nur in einen Aktienwert investieren. Stattdessen entscheiden Sie sich zum Beispiel für fünf, zehn oder noch mehr unterschiedliche Einzeltitel. Damit reduzieren Sie Ihr gesamtes Risiko deutlich. Kommt es zum Beispiel bei einer von zehn Aktien zu einem Kurseinbruch, wirkt sich dieser lediglich zu 10 Prozent negativ auf Ihr gesamtes Portfolio aus. Hätten Sie hingegen nur diese eine Aktie im Depot, wäre der Verlust beträchtlich.

Ebenfalls sinnvoll ist die stetige Überwachung der Märkte, zumindest in regelmäßigen Abständen. Für langfristige orientierte Anleger reicht es aus, wenn Sie sich zum Beispiel einmal pro Monat die Entwicklung Ihrer Aktientitel betrachten. Dann können Sie entscheiden, ob Sie vielleicht doch einige Wertpapiere verkaufen oder sogar manche Aktien nachkaufen. Das praktischte Mittel zur Risikoreduktion ist die Stop-Loss Order. Damit erteilen Sie Bank oder Broker den Auftrag, die Aktien zu verkaufen, sollte ein bestimmter Kurs erreicht werden.

Weitere Vorteile: Hohe Liquidität, jederzeitige Verfügbarkeit und Flexibilität

Neben der sehr guten Rendite gibt es beim Investment in Aktien noch weitere Vorteile, nämlich:

  • Hohe Liquidität
  • Jederzeitige Verfügbarkeit des Kapitals
  • Flexibilität

Mit der hohen Liquidität ist gemeint, dass Sie zumindest die größeren Aktientitel jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen können. Nur selten gibt es Stunden, in denen kein Handel stattfindet. Ebenfalls kennzeichnend für Aktien ist die große Flexibilität. Sie können sich jederzeit für unterschiedliche Wertpapiere entscheiden und diese sofort kaufen und verkaufen.

Dabei gibt es keine Mindestanlagesumme zu beachten. Sie müssen lediglich das Kapital für eine Aktie haben, denn an der Börse werden die Wertpapiere nur in ganzen Stücken gehandelt. Positiv ist ebenfalls die jederzeitige Verfügbarkeit des angelegten Kapitals. Nach dem Verkauf der Aktie erhalten Sie sofort die Gutschrift des Gegenwertes, ohne Kündigungsfristen einhalten zu müssen.

Aktienfonds und ETFs als Alternative für manche Anleger

Manche Anleger wissen zwar die Vorteile von Aktien zu schätzen, trauen sich aber trotzdem nicht, selbst eine Selektion der Titel vorzunehmen. Nicht selten mangelt es entweder an Zeit oder an genügend Wissen, sodass in diesem Fall insbesondere aktiv gemanagte Aktienfonds und ETFs eine gute Alternative darstellen können. Dort sorgt der Fondsmanager für die Zusammensetzung und eventuelle Transaktionen, sodass Sie sich nach dem Kauf der Fondsanteile um nichts mehr kümmern müssen.

Bei einem Investment in Aktienfonds oder ETFs nutzen Sie sogar automatisch eine Diversifikation, denn der Fondsmanager investiert natürlich in zahlreiche Wertpapiere dieser Art. Besonders transparent und kostengünstig sind ETFs, insbesondere im direkten Vergleich mit aktiv gemanagten Aktienfonds. Die niedrigeren Kosten wirken sich positiv auf Ihre Rendite aus. Darüber hinaus können Sie sowohl bei Aktienfonds als auch ETFs nicht nur einmalig bestimmte Summe investieren, sondern diese stehen in vielen Varianten auch als Sparpläne zur Verfügung.

Fazit zu Vor- und Nachteilen von Aktien

Wie Sie an unserem Beitrag ableiten können, überwiegen objektiv betrachtet bei einer Anlage in Aktien die Vorteile. Diese bestehen insbesondere aus einer durchschnittlich guten Rendite, Flexibilität und jederzeitige Liquidität. Als wesentlicher Nachteil ist lediglich ein erhöhtes Risiko zu nennen, welches Sie allerdings aktiv beeinflussen können. Die meisten Vorteile der Aktienanlage gelten allerdings vornehmlich für ein längerfristiges Investment. Möchten Sie hingegen mit Aktien spekulieren oder kurzfristig handeln, wiegt der Nachteil des erhöhten Risikos schwerer. Dann müssen Sie sich des Risikos bewusst sein, dass es bei einem solchen, kurzfristige Investment in Aktientitel schnell zu Kursverlusten kommen kann.

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