Fondsmanagerumfrage der BofA sieht Goldpreis optimistisch

In diesem Jahr hat der Goldpreis bereits deutlich zugelegt und wiederholt neue Allzeithochs erreicht. Allerdings sind sich Experten uneinig darüber, ob die Rallye so weitergeht oder ob der Markt jetzt schon überbewertet ist.

Umfrage der Bank of America: Gold zu teuer?

Die Bank of America führt regelmäßig Fondsmanagerumfragen durch. Zwischen dem 5. und 11. April befragte sie 224 Vermögensverwalter mit einem gesamten verwalteten Vermögen von 638 Milliarden US-Dollar. 26 Prozent der befragten Fondsmanager waren zu diesem Zeitpunkt der Meinung, dass Gold momentan zu teuer ist. Das meldet das Rohstoffportal Kitco. Das Edelmetall wird von ihnen als am stärksten überkauft seit August 2020 eingestuft. Als Grund für die Einschätzung nennen die Befragten, dass der Goldpreis trotz aller Widrigkeiten nahe an seinem Rekordhoch bleibt.

Während einige Experten glauben, dass Gold zu teuer ist, sehen andere laut Kitco eine starke Dynamik, die durch eine fundamentale Nachfrage gestützt wird. Einigen Analysten zufolge bleibt die spekulative Positionierung auf dem Goldmarkt gedämpft. Die Netto-Long-Wetten liegen deutlich unter den Höchstständen von 2020, während die Investitionen in goldgedeckte börsengehandelte Fonds zurückhaltend sind. „Ich sehe nicht genügend öffentliche Beteiligung am Goldmarkt, um sagen zu können, dass die Preise ihren Höhepunkt erreicht haben“, zitiert Kitco den Rohstoffinvestor Dennis Gartman.

Zinssenkungen im Blick

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer geht laut Kitco außerdem davon aus, dass die US-amerikanische Notenbank den Leitzins in diesem Jahr in zwei Schritten senken wird – nur acht Prozent der Befragten erwarten lediglich eine Zinssenkung in diesem Jahr. Wenn also in diesem Jahr tatsächlich mehrere Zinssenkungen stattfinden, könnte dies die Anleiherenditen steigen lassen. Das wiederum könnte dazu führen, dass Anleger, die Gold halten, Gewinne verpassen, weil das gelbe Edelmetall kein renditestarker Vermögenswert ist. Gleichzeitig würden höhere Anleiherenditen auch den US-Dollar stärker stützen.

Trotzdem glauben zahlreiche Analysten, dass die vielen geopolitischen Unsicherheiten und die steigende globale Verschuldung den Goldpreis weiterhin stützen und die Opportunitätskosten überwiegen werden.

Experten optimistisch

Die Analysten der Bank of America selbst sagten dem Goldpreis ebenfalls eine rosige nahe Zukunft voraus. Ihrer Einschätzung nach könnte er bis zum vierten Quartal durchschnittlich 2.500 US-Dollar pro Unze und bis 2025 möglicherweise sogar 3.000 US-Dollar pro Unze erreichen.

Auch Swiss Asia Capital-CIO Jürg Kiener erklärte in der CNBC-Sendung „Street Signs Asia“, er denke, dass der Goldpreis in den kommenden Monaten weiter steigen werde. Gestützt auf seine Forward-Curve-Analyse prognostizierte er, dass der Goldpreis in Jahresfrist auf 2.600 US-Dollar je Unze steigen werde.

Marko Behring, Leiter Asset Management bei der Fürst Fugger Privatbank, betonte kürzlich in einem Beitrag auf der Internetseite des Vermögensverwalters, dass Gold „Schutz gegen geopolitische Risiken, gegen ‚Unfälle‘ am Finanzmarkt und gegen eine ausufernde Inflation“ biete. Er ist ebenfalls davon überzeugt, dass sich die Goldrallye weiterhin fortsetzen wird. Anlegern empfahl er, „den Höchstständen zum Trotz“ bei Gold keine Gewinne mitzunehmen.

Dass geopolitische Spannungen den Goldpreis weiter antreiben dürften, denken auch Analysten der Citigroup. Im Rahmen einer Studie stockten sie ihr Kursziel für das beliebte Edelmetall auf und prognostizieren einen Goldpreis von 2.350 US-Dollar bis Ende 2024. Für 2025 erwarten sie einen Anstieg des Goldpreises bis auf 2.875 US-Dollar. Manche Analysten gehen für die nächsten 18 Monate sogar von einem Goldpreis von 3.000 US-Dollar aus.

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