Comeback des Sparbriefes –rentiert sich die Anlage wieder?

In Zeiten deutlich gestiegener Zinsen kehren einige Anlageformen zurück, die fast schon in Vergessenheit geraten waren. Nicht nur Tages- und Festgeld sind für eine wachsende Anzahl von Anlegern interessant, sondern Gleiches gilt nun für einen echten Klassiker: den Sparbrief. Wir möchten im Beitrag erläutern, worum es sich eigentlich beim Sparbrief handelt und ob es sich lohnt, über eine Anlage in dieser Form nachzudenken.

Was ist ein Sparbrief?

Bis vor etwa fünf Jahren haben die meisten Banken einen Sparbrief im Angebot gehabt. Im Zuge der Niedrigzinsphase war dieses Produkt allerdings immer seltener zu finden. Beim Sparbrief handelt es sich um eine Schuldverschreibung und gleichzeitiges Sparprodukt, bei dem Anleger zum Beispiel 2.000 Euro investieren und dafür Zinsen erhalten. Ein wesentliches Merkmal des Sparbriefs geht darin, dass das Kapital fest gebunden ist. Normalerweise ist es für Anleger nicht möglich, vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit an ihr Geld zu kommen. Einige Banken haben den Sparbrief früher in mehreren Versionen angeboten, nämlich:

  • Normalverzinster Sparbrief

  • Abgezinster Sparbrief

  • Aufgezinster Sparbrief

Heute gibt es fast nur noch normalverzinsliche Sparbriefe, bei denen der Anleger einmal im Jahr einen Zinsertrag gutgeschrieben bekommt.

Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Festgeld

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der Sparbrief identisch mit dem Festgeld ist. Dort legen Kunden einen gewissen Betrag an, wählen die Laufzeit und können im Normalfall nicht vorzeitig an ihr Geld. Trotz dieser Gemeinsamkeiten gibt es Unterschiede zwischen Festgeld und Sparbriefen. Einer besteht darin, dass der Sparbrief in vielen Fällen nicht unter die Einlagensicherung fällt. Beim Festgeld ist das hingegen der Fall, was durchaus ein Sicherheitsaspekt darstellen kann.

Ebenfalls unterscheiden sich Sparbrief und Festgeld darin, dass es bei Sparbriefen keine Kündigungsfrist gibt, beim Festgeld hingegen schon. Zudem gibt es Differenzen bei den Laufzeiten. Ein Festgeldkonto können Anleger oft bereits ab einer Anlagedauer von 30 Tagen nutzen, während die Mindestanlagedauer beim Sparbrief normalerweise ein Jahr beträgt.

Sparbrief derzeit durchaus interessant

Aktuell sind Sparbrief ein durchaus interessantes Investment, was vor allen Dingen an den guten Zinsen liegt. Derzeit erhalten Anleger zwischen 3,5 und 4 Prozent im besten Fall jährlich, wenn sie sich für die Anlage in einen Sparbrief entscheiden. Ein weiterer Vorteil ist der Sicherheitsaspekt, auch wenn nicht alle Sparbriefe in den Bereich der Einlagensicherung feilen. So sind es dennoch Anlagen, die sich durch eine hohe Sicherheit auszeichnen. Trotz dieser aktuellen Vorteile gehen die meisten Experten davon aus, dass die momentan guten Zinsen nicht dauerhaft beim Sparbrief vorhalten werden. Für Anleger bedeutet das, dass sie nicht ihr gesamtes Kapital nur in Sparbriefe anlegen sollten. Stattdessen ist es sinnvoll, eine Diversifikation vorzunehmen.

Alternativen und Ergänzungen zum Sparbrief

Für eine Diversifikation kommt eine Reihe von Finanzprodukten infrage, die den Sparbrief ergänzen können. So lohnt es sich zum Beispiel, einen Teil des Vermögens in Aktienfonds oder ETFs zu investieren. Der Grund besteht darin, dass dort die Rendite im Durchschnitt betrachtet höher ist, bei einem überschaubaren Risiko. Darüber hinaus haben sowohl ETFs als auch aktiv gemanagte Fonds als Investment den Vorteil, dass Sie jederzeit flexibel über Ihr Geld verfügen können. Zudem lässt sich mit einem Sparbrief zwar Geld anlegen, aber es gibt keine Möglichkeit, monatlich zu sparen. Bei ETFs und aktiv gemanagten Fonds ist das anders, denn dort können Sparer zum Beispiel einen jeweiligen Fondssparplan in Anspruch nehmen.

Fazit zum Sparbrief

Aktuell lässt sich das Fazit zum Sparbrief ziehen, dass es sich durchaus wieder für sehr sicherheitsorientierte Anleger um eine interessante Geldanlage handelt. Der Zinssatz zwischen 3,5 und 4 Prozent ist zwar noch nicht in der Lage, die Inflationsrate zu kompensieren. Das könnte sich schon in 2024 bei weiter sinkenden Preissteigerungsraten ändern. Als alleinige Geldanlage ist der Sparbrief allerdings aus Sicht der meisten Experten nicht geeignet, da es Anlageformen mit einem besseren Ertrag beliebt. Zur Diversifikation jedoch können Sparbriefe schon jetzt sehr gut genutzt werden.

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