Baufinanzierung

Die Baufinanzierung wird für Verbraucher und Unternehmer zunehmend wichtiger. Die niedrigen Zinsen ermöglichen es, Immobilien günstig zu finanzieren – egal ob Neubau oder Kauf. Die Wahl der passenden Baufinanzierung bestimmt dabei maßgeblich, welche Renditen zu erzielen sind und welche Kosten letztendlich auf den Investor warten. Entsprechend sollte man sich mit dem Thema der Baufinanzierung umfassend beschäftigen.

Bei der Wahl der passenden Baufinanzierung sollte man nicht nur auf die Kosten achten, sondern auch auf die übrigen Modalitäten bei der Beantragung und der Inanspruchnahme der Finanzierung. Mögliche Förderungen von staatlicher Seite können die Kosten zudem reduzieren, außerdem lässt sich mit erhöhtem Eigeneinsatz die Höhe des benötigten Fremdkapitals absenken.

Wer sich mit dem Kauf einer Immobilie beschäftigt ist gut beraten, wenn er genau rechnet. Zunächst einmal sollten Einnahmen und Ausgaben realistisch betrachtet werden. Zu Beginn des Finanzierungsplanes ist die Ehrlichkeit die beste Wahl für eine genaue Kalkulation, in die laufende und auch unvorhergesehene Kosten einfließen müssen.

Dazu sollten Rücklagen berücksichtigt werden. Mit einem Finanzierungsplan ist es auch möglich, in grober Form abzuschätzen, wie viel Darlehen benötigt wird und wie viel Banken bereit sind, zu geben. Als Faustregel kann bei einer Verzinsung von sechs Prozent und einer Tilgung von einem Prozent bei einem Kredit von 7500,- Euro mit monatlichen Raten in Höhe von 50,- Euro gerechnet werden. Da Banken sehr gerne solide Kreditnehmer sehen, ist die Betrachtung der eigenen Belastungsgrenze wesentlich bei einer Berechnung.

Die Belastungsgrenze beinhaltet das monatliche Haushalts-Netto-Einkommen und damit die Raten, die monatlich bezahlt werden können, so dass noch für Notfälle genug Geldreserve übrig bleibt. Wer da nicht genau hinsieht, kann in Zeiten eines Notfalls seine ganze Finanzierung kippen. Generell sind bei der Planung eines Immobilienkaufs auch Zahlungen einzurechnen, an die ein Käufer nicht unbedingt sofort denkt. Solche zusätzlich einzuplanende Kosten sind Maklergebühren, die sich bei 3 bis 7 Prozent aufhalten, die Grunderwerbssteuer, die mit 3,5 Prozent berechnet werden muss, Notargebühren bis zu 2 Prozent. Umzugskosten kommen hinzu, ebenso Renovierungskosten und übliche Versicherungen wie Gebäude- und Brandversicherung und die Erschließungskosten.

Fördermöglichkeiten bei der Baufinanzierung

Gerechnet werden darf zum Beispiel mit Fördergeldern über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Bauherren besonders günstige Kredite gewährt und das in besonderem Masse bei umweltbewusstem Bauvorhaben. Interessant ist sicher auch, sich nach den jeweiligen Fördermöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern zu erkundigen. Vielfach gibt es zinsgünstige bis sogar zinslose Darlehen. Auch Zuschüsse sind möglich.

Die Bundesfördermittel stehen nachweislich allerdings nur den Familien zu, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Manche Bundesländer fördern auch nur kinderreiche Familien oder Familien, denen ein Behinderter angehört. Unter der website www.baufoerderer.de sind alle Förderprogramme der einzelnen Bundesländer abzurufen, die ausführlichst viele Informationen zur Verfügung stellen.

Es gibt sogar einen Förderrechner, in den das Bundesland eingegeben werden kann sowie die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, Zahl der Kinder und Verdiener. Anschließend kann zwischen Neubau, Bestandserwerb und Ausbau/Umbau gewählt werden. Nach weiteren Fragen, die beantwortet werden müssen, kommt schnell und deutlich die mögliche Förderung mit Fördersumme und weiteren Informationen. Zum Vorab-Check ist dies sehr gut zu nutzen. Auch die Richtlinien der einzelnen Bundesländer kann unkompliziert eingesehen werden. Viele weitere Menüpunkte stellen auf viele Fragen Antworten zur Verfügung, so dass beim Durchstöbern sicher erheblich viele konkrete Informationen gewonnen werden können.

Geld sparen durch mehr Eigenleistung

Ein anderer Sparfaktor ist der Posten Eigenleistung, die von den Kreditinstituten bis zu 15 Prozent der Kaufsumme oder Bausumme anerkannt werden. Dabei sollte ein Bauherr oder Käufer jedoch auch realistisch bleiben und sich nicht übernehmen und daran denken, dass ein Versicherungsschutz, der bei den Berufsgenossenschaften beantragt werden kann, wichtig ist.

Erspartes in eine Finanzierung einfließen zu lassen, ist sinnvoll, um die Belastungen für Kreditzinsen und Tilgung zu senken. Zum Eigenkapital zählen neben Bargeld und Sparguthaben auch zuteilungsreife Bauspareinlagen, Wertpapiere und Festgelder. Aktien und Fondsanteile sind mit Vorsicht zu genießen, da sie erfahrungsgemäß nicht die notwendigen Sicherheiten gewährleisten. Eigenmittel sind aber auch Grundstücke, Baumaterialien und Architektenleistungen, die bezahlt wurden, öffentliche Zuschüsse und Darlehen von Arbeitgebern und Verwandten.