So begrenzen Trader ihre Verluste im Forex Trading effektiv

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Verluste im Forex Trading begrenzen
Verluste im Forex Trading begrenzen

Der Devisenmarkt ist der weltweit größte und volatilste Markt mit einem Handelsvolumen von über 1,5 Billionen US-Dollar am Tag. Der Forex Devisenmarkt ist 24 Stunden pro Tag und 5 1/2 Tage die Woche geöffnet. Der Handel beginnt mit dem asiatischen Markt am Sonntag Nachmittag, fährt fort mit dem europäischen Markt und endet mit dem amerikanischen Markt jeden Handelstag mit Überschneidungen bis zum Ende des Wochenzyklus am Freitag Nachmittag.

Trading ist ein hartes Geschäft – der Umgang mit Verlusten und stressigen Marktsituationen verlangt ein Höchstmaß an Disziplin, ohne die dauerhafter Erfolg nicht notwendig ist. Viele Investoren sehen sich einen inneren Zielkonflikt ausgesetzt, der die Belange des rationalen Denkens und Handelns in einen Widerspruch zu emotional geleiteten Impulsen setzt. Angst und Gier führen regelmäßig zu Fehlentscheidungen, die im wahrsten Sinne des Wortes Lehrgeld kosten.

In diesem Beitrag zeigt die Redaktion, wie psychologische Hindernisse und Fallstricke überwunden werden können, um nachhaltig mehr Erfolg beim Forex Trading zu erreichen. Für Einsteiger ist jedoch wichtig, zu erwähnen, dass der Handel mit Währungen sehr risikoreich ist. Konservative Anleger sollten besser die Finger vom Forex Handel lassen.

Verluste begrenzen ist im Forex Trading wichtig

Eine der größten Schwierigkeiten für Anleger stellt seit je her die Begrenzung von Verlusten dar. Die Schließung einer defizitären Position kommt in psychologischer Hinsicht einem Desaster gleich: Mit der Buchung auf dem Handelskonto wird der Verlust unwiederbringlich in Kauf genommen und muss innerlich akzeptiert werden. Ein Verharren in einer im Verlust befindlichen Position allerdings kann weitaus fatalere Folgen nach sich ziehen.

Investoren im Aktienmarkt, die sich von schlechten Papieren nicht trennen können, machen regelmäßig die  – zu spät eintretende – Erfahrung, dass ein frühzeitiger Ausstieg die bessere Variante gewesen wäre. Wer im New-Economy-Boom um die Jahrtausendwende herum Aktien der Deutschen Telekom AG zum damaligen Emissionskurs von rund 66 Euro gezeichnet hat und einen Verkauf der Papiere bei deren Kursverfall nicht realisieren wollte, muss sich heute mit einem Wert von unter zehn Euro je Aktien abfinden – ein Ausstieg bei bspw. 60 Euro hätte den Verlust minimiert.

Was im Aktienmarkt wichtig ist, ist im Forex-Markt überlebenswichtig. Der Handel mit großen Hebeln über professionelle Plattformen und die Geschwindigkeit des Währungsmarktes machen eine strikte Verlustbegrenzung unverzichtbar. Jede einzelne Position und das Handelskonto im Ganzen dürfen zu keinem Zeitpunkt einem überproportionalen Risiko ausgesetzt sein. Je nach Handelsansatz, Kontogröße und Risikotoleranz wird ein maximal möglicher Verlust (der Verlust, der eintritt, wenn alle Positionen ausgestoppt werden) von fünf bis zehn Prozent des Kontovolumens als Richtwert angenommen, wobei diese Werte schon verhältnismäßig offensiv sind.

Die Handelsplattform kann dem Trader dabei helfen, seine Emotionen unter Kontrolle und das Risiko überschaubar zu halten. Insbesondere der Einsatz geeigneter Ordertypen ermöglicht eine effiziente Verlustbegrenzung. So sollte mit jeder eröffneten Position deren Schließung auf einem bestimmten Verlustniveau bereits definiert und an den Market Maker gesendet werden. Die automatische Glattstellung fällt leichter als der Ausstieg aus dem Markt „von Hand“.

Nicht zu viel auf einmal: Tageslimit setzen

Verlustbegrenzung wird immer häufiger mit einer zeitlichen Komponente verbunden. Trader setzen sich dabei ein Limit, das den Verlust, der an einem Handelstag maximal eintreten kann, begrenzt. Kommt es dann zu mehreren Verlusten, wird bei Erreichen des Limits für den Rest des Tages der Handel ausgesetzt. Ähnlich kann auch im Hinblick auf einen Wochenverlust vorgegangen werden.

Die horizontale Verlustbegrenzung bietet mehrere Vorteile: Zum einen ist die Gefahr von Fehlentscheidungen (z.B. dem Abweichen von der eigenen Handelsstrategie) in Stresssituationen deutlich erhöht. Wer an einem Tag bereits mehrere schmerzhafte Verluste verkraften musste, neigt möglicherweise zu irrationalem Verhalten und zur „Jetzt-erst-recht“- Mentalität, die erfahrungsgemäß das Kontovolumen binnen kürzester Zeit reduziert.

Wird der Verlust, der an einem Tag maximal in Kauf genommen wird, auf ein erträgliches Maß reduziert, wird dieses unnötige Risiko eliminiert. Durch die Begrenzung großer Verluste auch über eine zeitliche Komponente wird darüber hinaus die Vermögensentwicklung tendenziell geglättet und der Recovery Effekt wird entschärft.

Vorsicht vor psychologisch wichtigen Kontoständen

Wer ein Marginkonto bei einem Market Maker eröffnet, kann die Veränderungen seines Kontostandes in Echtzeit beobachten. Das Kontoguthaben kann dabei zu einem echten Fallstrick im Trading werden. Fällt der Kontostand beispielsweise unter einen bestimmten Betrag, sehen sich viele Trader in Zugzwang und versuchen, schnellstmöglich profitable Trades durchzuführen.

Wenn beispielsweise ein einst fünfstelliges Konto unter ein Guthaben von 10.000 Euro fällt, erhöht dies den mentalen Druck auf den Investor, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen erhöht. Anleger sollten sich hier immer vor Augen führen, dass die Marktentwicklung keinesfalls Rücksicht auf den eigenen Kontostand nimmt.

Eine Empfehlung zwischendurch: Wer ein neues Konto eröffnet, sollte sich den Gefallen tun, und nicht einen „glatten“ Betrag (z.B. 10.000 Euro) einzahlen, sondern besser ein in psychologischer Hinsicht weniger reizbehaftetes Kontovolumen (z.B. 10.180 Euro)wählen.

Nicht zu oft handeln

Ein typischer, psychologisch begründeter Fehler von Traden ist deren zu hohe Handelsfrequenz. „Hin und her macht Taschen leer“ gilt allerdings auch im Forex-Handel. Selbst wenn  – wie bei eigentlich allen Market Makern – keine separaten Gebühren erhoben werden, führt die Geld-Brief-Spanne doch immer wieder zu Verlusten. Viele Handelsplattformen verleiten –möglicherweise bewusst –die Anwender zu einer hohen Umschlagsgeschwindigkeit. Die Kurstabellen einiger Plattformen gleichen mehr einem Online-Casino denn einer Trading-Applikation: Blinkende Zahlen und Banner erinnern an Online-Roulette und ähnliches.

Durch die richtigen Einstellungen an der Handelsoberfläche lassen sich viele unterbewusste Stressfaktoren eliminieren und das Ergebnis dadurch verbessern. Viele Plattformen erlauben  – wenn auch nur in gewissem Umfang – die Gestaltung der Oberfläche nach benutzerdefinierten Vorgaben, so dass sich die Farbenvielfalt oft verringern lässt. Die Wahl geeigneter Darstellungen des Charts kann ebenfalls helfen: Zwar bieten die meisten Plattformen Candlestick-Charts im 5-Sekunden-Intervall – notwendig ist eine derart kurze Periode allerdings nicht.

Vielmehr führen die ständigen, optisch großen Kursbewegungen zu unterbewusstem Handlungsdruck. Das optimale Kursintervall ist immer das, in dem auch gehandelt wird: Wer seine Einstiegspositionen auf der Basis einer Analyse trifft, die mittels Tagescharts erstellt wurde, sollte auch den Verlauf der Position mittels solcher Charts beobachten.

Der entgangene Gewinn – ein Horrorszenario für jeden Trader

Kaum etwas ist schwieriger, als einen sicher geglaubten Gewinn wieder abgeben zu müssen. Im Tradingalltag kann aber genau dies regelmäßig passieren. Wer beispielsweise eine trendfolgende Strategie nutzt, wird sich regelmäßig mit Marktkorrekturen konfrontiert sehen, die einen Teil der erwirtschafteten Profite wieder zunichte machen.

Ein entgangener Gewinn ist für viele Investoren noch schlimmer zu ertragen als ein Verlust. Der Einsatz von Trailing Stopps, die das Stopp-Loss laufend hinter steigenden Kursen nachziehen, bietet sich zum Handling dieser Problematik an. Ist der Markt ein Stück weit in  die „richtige“ Richtung gelaufen, wird das Ausstiegsniveau angehoben. Auf diese Weise werden bereits erzielte Gewinne gesichert. Im Forex-Markt erfolgt aufgrund der hohen Liquidität die Glattstellung in der Regel exakt zum gewünschten Kurs.

Trailing-Stopps vermeiden insbesondere eine plötzlich auftretende Doppelbelastung, wenn sich am Markt etwas ändert: Unterhält ein Trader beispielsweise zwei Positionen, von denen eine im Plus ist und die andere impulsarm nahe des Einstiegslevels verharrt, kann durch ein Trailing Stopp vermieden werden, dass im Falle eines Kursrutsches in beiden Positionen binnen kürzester Zeit nicht nur ein Verlust durch die ausgelöste Stopp-Loss-Order sondern auch ein entgangener Gewinn verkraftet werden muss. Trailing-Stopps dienen somit dazu, die Geschwindigkeit, mit der sich die Umgebung des Traders ändert, zu reduzieren und helfen damit, das Stressmoment zu kontrollieren.

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