Investieren in ETFs: Die 3 wichtigsten Vorteile und Nachteile

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Investieren in ETFs: Vor- und Nachteile
Investieren in ETFs: Vor- und Nachteile

Das Investieren in ETFs hat eine breite Diversifikation zu günstigen Konditionen für Privatanleger ermöglicht. Schon bevor es überhaupt die Möglichkeit gab, Indexfonds zu kaufen, sprachen sich Finanzexperten und renommierte Wirtschaftsprofessoren für eine solche Anlageform aus – unter anderem Burton G. Malkiel. Heute sind ETF-Investments bei deutschen Anlegern an der Tagesordnung.

Die Fülle an passiven Indexfonds ist gigantisch: Die großen Anbieter Blackrock (mit der Marke iShares), Vanguard und die DWS Group (mit der Marke XTrackers), sowie viele weitere Emittenten von ETFs buhlen um das Kapital von Investoren. Einige breite und große ETFs haben bereits Volumina in Milliardenhöhe erreicht. ETFs sind günstig, einfach zu verstehen und man kann sie bei jedem Broker kaufen.

ETFs haben viele Vorteile – aber sie haben auch Nachteile. Diese sind auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, Anleger sollten diese jedoch immer vor Augen haben. Auf diese Weise können Fehlinvestments vermieden werden und die Rendite kann optimiert werden. In diesem Beitrag zeigt die Redaktion deshalb die 3 wichtigsten Vorteile, sowie die 3 wichtigsten Nachteile beim Investieren in ETFs.

Die 3 wichtigsten Vorteile bei einem ETF

ETFs haben viele Vorteile, insbesondere für Privatanleger. Im Folgenden zeigen wir die drei wichtigsten Vorteile von ETFs.

Vorteil 1: ETFs sind ausgesprochen günstig

Wer breit streuen will und verschiedene Branchen, Währungen und Länder kaufen möchte, der kann entweder in Einzelaktien investieren oder in aktive Investmentfonds. Die Gebühren beim Kauf von Einzelaktien sind zwar gering, aber auch Kleinvieh macht Mist. Zudem muss man die passenden Einzeltitel erst einmal finden. Aktive Aktienfonds dagegen sind mit hohen Gebühren und Kosten verbunden.

ETFs bilden einfach einen Index ab – etwa den MSCI World, den EuroStoxx 50 oder den MSCI Emerging Markets. Auf diese Weise kann eine breite Diversifikation erreicht werden, ohne viel analysieren zu müssen und ohne hohe Gebühren zu bezahlen. Man kann sich die eigene Risikostrategie ganz bequem anhand eines passenden Index ableiten. Anschließend kauft man einfach einen ETF auf diesen Index.

Vorteil 2: ETFs sind sehr einfach besparbar

Die meisten ETFs werden von Privatanlegern zwar immer noch per reguläre Order gekauft – aber die Menge an Anlegern, die ETFs über Sparpläne kauft, steigt kontinuierlich. So muss kein hohes Startkapital investiert werden und man kann schon mit kleinen monatlichen Beträgen an der Börse investieren. Nie war der Vermögensaufbau leichter als mit Sparplänen – ETFs sind hierfür besonders gut geeignet.

Vorteil 3: ETFs bieten eine hohe Sicherheit

Insbesondere Anleger in Deutschland sind sehr risikoavers. Das bedeutet, dass die Geldanlage ruhig ein paar Prozent Rendite weniger bringen darf, hauptsache das investierte Kapital ist möglichst sicher. Bei einem ETF ist dies der Fall. Das Risiko eines Totalverlustes des investierten Kapitals ist bei einem großen ETF auf einen breit gestreuten Index nahezu bei Null.

Die Sicherheit bei einem ETF Investment hängt aber immer auch von der Art des ETFs ab. Für maximale Sicherheit sollte ein ETF mit physischer Vollreplikation gewählt werden. Dann muss der Anleger nicht (wie bei einem synthetischen ETF) das Emittentenrisiko tragen. ETFs sind also nicht nur die günstigste Art der Diversifikation an der Börse, sondern auch eine sehr sichere Anlageform.

Die 3 wichtigsten Nachteile bei einem ETF

ETFs haben nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Im Folgenden zeigen wir die drei wichtigsten Nachteile bei einem ETF.

Nachteil 1: ETFs sind nicht so einfach wie man denkt

Häufig investieren Privatanleger Geld in einen ETF, weil sie denken, dass ETFs ein sehr simples Produkt sind. Diese Anleger suchen einfach im Online-Interface des Depotanbieters einen ETF auf einen bestimmten Index und kaufen diesen. Über Kosten, Währung, Heimat oder Replikationsart des ETFs machen sich nur wenige Anleger Gedanken. Hierin liegt aber ein großes Risiko bei ETFs.

Anleger sollten immer darauf achten, auch wirklich den passenden ETF für die eigene Anlagestrategie zu wählen. Ausschüttend oder thesaurierend? In Euro oder US-Dollar? In Irland oder Luxemburg? Physisch oder synthetisch? Vollreplikation oder Teilreplikation? Diese und weitere Fragen sollten Anleger beantworten können, bevor sie ihr Kapital in einen ETF investieren.

Nachteil 2: Mit einem ETF kauft man automatisch auch schlechte Aktien

Das Prinzip hinter einem ETF ist ganz einfach: Statt Einzelaktien zu suchen, die in Zukunft den Markt outperformen werden, kauft man einfach den Querschnitt des gesamten Marktes. Statt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, wird stattdessen direkt der Heuhaufen gekauft. Auf diese Weise kauft man sich in jedem Falle die Gewinne der künftigen Perioden ein – aber eben auch die Verlierer-Aktien.

Die Performance eines ETF kann zwar minimal von der Entwicklung des zugrundeliegenden Index abweichen – eine Outperformance ist jedoch nicht möglich. Die schlechten Aktien in einem Index werden automatisch mit gekauft. Wer Stock-Picking betreibt und auf qualitativ hochwertige Aktien setzt, kann zwar im schlimmsten Falle schlechter als der Index abschneiden – im Idealfall aber eben besser.

Nachteil 3: Auch bei ETFs kann es versteckte Kosten geben

Auf den ersten Blick sind ETFs ausgesprochen günstig. Die TER (Total Expense Ratio) liegt bei den meisten ETFs zwischen 0,2 % und 0,7 % p.a. Das bedeutet, dass ein gewisser Anteil des Kapitals an den Emittenten geht – das ist jedoch immer noch deutlich geringer als bei einem aktiven Fonds. Aber die TER ist nicht die ganze Wahrheit: Anleger sollten stattdessen auf die TCO (Total Cost of Ownership) beachten.

Aber nicht nur die TCO, also die tatsächlichen Kosten für das Investieren, sollten beachtet werden. Auch der Spread zwischen dem Kaufs- und Verkaufspreis eines ETFs kann Performance kosten. Zudem muss der Tracking-Error beachtet werden. Das ist die negative Abweichung der Performance eines ETFs im Bezug auf den zugehörigen Index. Bei ETFs gibt es also deutlich mehr Kosten, als auf den ersten Blick klar ist.

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