Diese Fehler machen Privatanleger bei der Asset Allocation

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Asset Allocation als Privatanleger
Asset Allocation als Privatanleger

Es gibt kaum einen Bereich bei der Geldanlage, in dem Privatanleger so viele Fehler machen wie bei der Asset Allocation. Die optimale Risikostreuung ist eine Frage der persönlichen Situation und sollte von Anfang an durchdacht werden. Nur so lassen sich langfristig gute Erfolge beim Vermögensaufbau erzielen.

Der Begriff Asset Allocation (Vermögensallokation) meint die Verteilung des zu investierenden Kapitals in unterschiedliche Sektoren, Länder, Währungen und andere Faktoren. Dadurch können nicht nur Risiken minimiert, sondern auch Renditechancen optimiert werden.

Aber was versteht man unter der idealen Asset Allocation und wie verteilt man das eigene Kapital am effizientesten? In diesem Beitrag zeigt die Redaktion, wie Sie keine Fehler mehr bei der Risikostreuung machen und Ihre Anlagestrategie an Ihrer persönlichen finanziellen Situation ausrichten.

Vermögensallokation ist ein gesamtheitlicher Ansatz

Wer denkt, die Asset Allocation betrifft nur die Streuung von verschiedenen Aktien an der Börse, der irrt gewaltig. Nicht nur bei der Geldanlage, sondern auch bei Kosten und Gebühren im Rahmen von Konten, Versicherungen und mehr lassen sich Risiken streuen. Wichtig ist, alle Risiken und Chancen zu kennen und miteinander abzuwägen.

Bereits vor Beginn der Geldanlage, sobald man sich Gedanken über die eigene Anlagestrategie macht, sollte man sich mit der Verteilung des Vermögens beschäftigen. Die Anlagestrategie, egal ob Dividendenstrategie oder Buy-and-Hold, sollte verschiedene Chancen und Risiken optimal miteinander ins Verhältnis setzen.

Wer bei Wertpapieren breit streuen möchte, der kann einfach einen breit streuenden Index kaufen (etwa den MSCI World, den S&P 500 oder den Euro Stoxx 600). Gleichzeitig können jedoch auch Mischkonzerne und große Unternehmen als Einzeltitel erworben werden, die durch zahlreiche Tochterfirmen in sich bereits gut diversifiziert sind (z.B. Danaher, Honeywell oder Berkshire Hathaway).

Welche Asset-Klassen lohnen sich wirklich?

von Finanzexperten hört man häufig, dass in jedes Portfolio auch Immobilien gehören. Aber lohnen sich Immobilien beim aktuellen Preisniveau in Deutschland überhaupt noch? Diese Frage muss jeder Anleger für sich selbst beantworten, denn es hängt maßgeblich von der eigenen Risikoaffinität und den Renditeerwartungen ab.

Bei einem entsprechend langen Anlagehorizont sollten Wertpapiere einen nicht unerheblichen Anteil am Gesamtportfolio einnehmen. Eine gewisse Cash-Reserve in Höhe von mindestens 10 % sollte für spontane Chancen zurückgehalten werden. Als Absicherung vor einem Währungsverfall sollten auch Gold oder andere Edelmetalle den Weg ins Portfolio finden.

Wer sehr konservativ anlegen möchte, der kann sein Geld über Anleihen zumindest bis zu einem bestimmten Punkt vor der Inflation schützen. ETFs sorgen zudem dafür, dass man die Risikostreuung am Kapitalmarkt günstig und ohne viel Aufwand realisieren kann. Die konkrete Verteilung der Assets hängt wie immer von der eigenen Anlagestrategie ab.

Sektoren, Länder und Währungen diversifizieren

Die Faktoren, anhand derer die Diversifikation durchgeführt werden soll, können von Strategie zu Strategie variieren. Zumindest die Branchen, bzw. die Sektoren, in denen die Unternehmen der Aktien aktiv sind, sollten gestreut werden. Pharma-, Technologie- und Konsumwerte dürften dabei in der Zukunft sehr gut performen.

Auch die Länder, in denen Assets erworben und / oder gehalten werden, sind wichtig. Politische Risiken, Wertentwicklungen und andere Faktoren müssen unbedingt mit einkalkuliert werden. Die Größe und Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften und damit auch die Konsumstärke kann sich innerhalb weniger Jahre drastisch verändern.

Ein Faktor, der von Anlegern gerne vergessen wird, ist die Währung. Der Verfall von Währungen führt zu einer Asset-Entwertung. Wer in Zeiten von steigenden Euro-Kursen zu viele Assets in US-Dollar hält, verliert an Nettovermögen. Entsprechend sollten zumindest Euro, Dollar und Schweizer Franken, aber auch Britische Pfund gehalten werden.

Fazit: Die persönliche Situation ist entscheidend

Letztendlich ist die Frage nach der optimalen Asset Allocation immer eine Frage der persönlichen Anlagestrategie. Wichtig ist, sich früh und umfassend mit dem Thema der Vermögensallokation zu beschäftigen. Wer Risiken effektiv streut, kann langfristig eine deutlich bessere Performance erzielen und schützt sein Vermögen vor Entwertung oder Zugriffen.

Im Idealfall deckt sich die eigene Asset Allocation mit einem ETF oder einem anderen Anlageprodukt – auf diese Weise lässt sich die perfekte Verteilung des Kapitals günstig und einfach umsetzen. Entscheidend ist insbesondere, sich nicht durch spontane Entscheidungen von der passenden Anlagestrategie und Risikostreuung abbringen zu lassen.

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