Anlagestrategie: Die Branchen-Trendfolge mit Gewinner-Aktien

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Branchen-Trendfolge mit Gewinner-Aktien
Branchen-Trendfolge mit Gewinner-Aktien

Eine häufig von Privatanlegern in bBetracht gezogene Strategie an der Börse ist die sogenannte Trendfolge-Strategie. Dabei werden einzelne Aktien gekauft, die aktuell ein Momentum haben und entsprechend stark steigen – im Idealfall tun sie das dann auch weiterhin, sodass der Anleger sich über die Rendite freuen kann.

Die Trendfolge-Strategie hat jedoch auch einige Tücken. Es gibt viele klassische Trendfolge-Aktien, die von Anlegern bevorzugt gekauft werden – dennoch ist diese Strategie kein Selbstläufer. Die hängt vor allem damit zusammen, dass kontinuierlich geprüft werden muss, ob der Trend noch intakt ist. Entsprechend wird viel Aufwand und Zeit benötigt, um mit einer Trendfolge-Strategie gute Renditen zu erwirtschaften.

Unsere Redaktion hat daher eine besondere Anlagestrategie entwickelt, mit der langfristige Anleger überdurchschnittliche Renditen erzielen können, ohne viel Arbeit oder Zeit in die Geldanlage investieren zu müssen. Die sogenannte Branchen-Trendfolge mit Gewinner-Aktien kombiniert Aspekte mehrerer Anlagestrategien und lässt sich mit Kapital jeder Höhe umsetzen.

Die Nachteile der klassischen Trendfolge-Strategie

Die Trendfolge-Strategie betrachtet einzelne Aktien, die seit mehreren Jahren kontinuierlich steigen. Das hat durchaus seine Berechtigung: Zwar sind vergangene Werte keine Garantie für die Zukunft, eine gute Kursentwicklung spricht aber zumindest für ein funktionierendes Geschäftsmodell und eine gute Ausgangssituation für für das Unternehmen am Markt.

Das größte Problem: Oftmals finden sich überproportional viele Unternehmen aus wenigen Branchen in den Depots von Trendfolgern. Aktuell dürften das vor allem Unternehmen aus dem Bereich IT und Technologie sein. Weil Amazon, Apple, Microsoft, Facebook & Co. alle Trendfolger-Aktien sind, gibt es entsprechend auch viele Aktionäre, die hier investiert sind, um diesen Trend möglichst lange mitzunehmen.

Dadurch entsteht eine Übergewichtung einzelner Branchen im Portfolio – sobald sich der Wind dann dreht, können schnell und überproportional stark Verluste winken. Auch der Zeiteinsatz ist bei der klassischen Trendfolge hoch: der Anleger muss kontinuierlich prüfen, ob der langfristige Aufwärtstrend noch intakt ist, ansonsten muss eine Aktie verkauft werden.

So funktioniert die Branchen-Trendfolge im Detail

Die Branchen-Trendfolge geht grundsätzlich von zwei belegbaren Thesen aus: Erstens hat jede Branche ihre Zeit, in der sie floriert und zweitens sind innerhalb dieser Branchen vor allem große Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (sogenannte Large-Caps) übermäßig erfolgreich.

Bei der Branchen-Trendfolge wählen Anleger bestimmte Branchen aus, die sie für die nächsten Jahre als besonders ertragreich ansehen. Das fällt auch Einsteigern leicht, weil makroökonomische Zusammenhänge und globale Vorgänge von Nicht-Professionals besser und einfacher analysiert werden können als detaillierte Bilanzen und Bewertungsmodelle einzelner Unternehmen.

Geht man etwa davon aus, dass die Branchen Gesundheit, Technologie, Versorgung und E-Mobilität in den nächsten Jahren die besten Chancen haben werden, teilt man einfach sein investierbares Kapital gleichmäßig in diese Branchen auf. Innerhalb dieser Branchen wird das Kapital nochmals gleichmäßig auf die Aktien verteilt, die die beste Performance in den letzten Jahren aufweisen konnten.

Bei der Wahl der Einzeltitel können weitere Bewertungsmaßstäbe, etwa die Bilanz des Unternehmens oder fundamentale Bewertungskriterien, mit übernommen werden. Auf diese Weise können genau die Gewinner-Aktien einer Branche ausgewählt werden, die noch in einem aktiven Aufwärtstrend sind und sich entsprechend bei einer besseren Situation für die ganze Branche überproportional besser entwickeln werden.

Aber auf welchen Grundlagen basiert die Branchen-Trendfolge mit Gewinner-Aktien überhaupt? Sehen wir uns einmal die Thesen, auf denen diese Anlagestrategie beruht, im Detail an.

These 1: Jede Branche hat ihre Zeit

Die erste besagt, dass jede Branche ihre eigene Zeit hat und bestimmte Zeitabschnitte von bestimmten Branchen dominiert werden. Die Statistik gibt dieser Aussage recht: Von den rund 9.000 weltweit über Indizes abgebildeten Aktien sind nur rund 30 Einzeltitel pro Jahr für die gesamte Überrendite des Aktienmarktes verantwortlich. Eine historische Betrachtung zeigt, dass diese Titel oftmals als bestimmten, vom Zeitgeist abhängigen Branchen stammen.

Während in den vergangenen 10 Jahren vor allem Unternehmen aus dem Technologiesektor profitiert haben, waren es im Jahrzehnt zuvor vor allem Industrietitel aus Asien, die den weltweiten Aktienmarkt anführten. Von 1990 – 2000 gab es einen Internet-Boom, der im Platzen der DotCom-Blase endete. Zudem konnte man lange Zeit mit Öl- und Tabak-Aktien gutes Geld verdienen – diese Branchen haben aber vermutlich ihre Zeit nun hinter sich.

Man sieht: Die Branchen, die die weltweiten Aktienmärkte ankurbeln, stehen und fallen mit dem menschlichen Fortschritt und ihrer Fähigkeit, die Probleme der Menschheit zu lösen, sowie deren Bedürfnisse zu befriedigen. Für Anleger gilt es daher, die besten Branchen für die Zukunft zu finden und sich entsprechend zu positionieren.

These 2: Large-Caps geben die Trends vor

Die zweite These besagt, dass große Unternehmen bestimmte Branchen langfristig dominieren und besser als die Branche selbst abschneiden. Das ist im Pharma-Bereich etwa mit den Titeln von Johnson & Johnson oder Eli Lilly der Fall. Im Bankensektor ist dies der Fall mit JPMorgan. Die Beispiele sind endlos – und es hat gute Gründe, warum große Konzerne einfach besser performen als kleine Unternehmen.

Dass große Unternehmen bestimmte Trends dominieren und sich entsprechend langfristig deutlich besser entwickeln als kleine oder mittlere Unternehmen ist nicht außergewöhnlich. Das liegt vor allem an der weitaus besseren Ausgangssituation großer Konzerne. Diese haben in der Regel:

  • ein hohes Kapitalposter mit bester Bonität für nötige Investitionen
  • ein breit diversifiziertes Portfolio an Produkten, Services oder Beteiligungen
  • Etablierte und weit verzweigte Vertriebswege und ein Netzwerk an Partnern

Das führt dazu, dass große Unternehmen mit den wichtigsten Herausforderungen ihrer jeweiligen Branchen weitaus besser zurecht kommen als kleine Unternehmen. Im Ausnahmefall kann es zwar auch mal anders herum sein – dieser Fall ist jedoch deutlich seltener anzutreffen. Die Renditechancen sind für Anleger dann zwar größer, aber auch das Risiko steigt mit geringer Marktkapitalisierung stark an.

So sieht ein Beispiel für die Branchen-Trendfolge aus

Geht ein Anleger davon aus, dass die Branchen Gesundheit, Nahrungsmittel und Technologie in den kommenden 10 Jahren am stärksten benötigt werden und daher die besten Renditen versprechen, wird das investierbare Kapital zu je 33 % auf diese Branchen aufgeteilt. Wie viele Einzeltitel Platz finden hängt dann natürlich von der Kapitalausstattung ab – eine gewisse Diversifikation ist aber unbedingt einzuhalten.

Um die Gesundheitsbranche breit abzudecken, sollten Pharma- und Meditec-Unternehmen gekauft werden. Die Gewinner-Aktien aus diesen Bereichen sind Johnson & Johnson, Eli Lilly, Danaher, Stryker und ThermoFisher Scientific. Auch in den anderen beiden Zukunftsbranchen sollten einzelne Unterkategorien abgebildet werden – im Idealfall auch weltweit gestreut, sowohl in den USA, als auch in Europa und Asien.

Wichtig ist, dass keine Position überproportional größer ist als eine andere. Dadurch vermeidet man zu hohe Klumpenrisiken, die sich bei einer plötzlichen Trendumkehr als äußerst problematisch herausstellen können.

Vermeidet man Klumpenrisiken und setzt auf Large-Caps mit Trendfolge-Charakter in künftigen Gewinner-Branchen, kann man auch als Privatanleger mit dieser Strategie überdurchschnittliche Renditen erzielen. Die Strategie ist günstig umzusetzen, weil nur wenige Orders benötigt werden und die lange Haltedauer ermöglicht das Aussitzen kleinerer Kursschwankungen. Auf diese Weise können Privatinvestoren selbst erfahrene Professionals outperformen – das hat die Praxis mehrfach gezeigt.

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