Hedgefonds

Hedgefonds

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Hedgefonds erheben den Anspruch, auch in Zeiten fallender Aktienkurse Gewinne zu erzielen. Dies geschieht bei der klassischen Long-Short-Strategie mit einem einfachen Mittel: Aktien werden leer verkauft, das heißt, dass der Verkäufer zu diesem Zeitpunkt keine Aktien besitzt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese Aktien dann zu einem niedrigeren Kurs erworben. Der Erlös aus dem Leerverkauf wird jedoch in der Zwischenzeit dazu genutzt, Aktien zu erwerben, bei denen eine Steigung des Kurses erwartet wird.

Auf diese Weise ist es möglich, Gewinne zu erzielen, auch wenn der Gesamtmarkt fällt. Es ist dabei nicht zwangsläufig notwendig, dass die zuerst verkauften Aktien tatsächlich Leerverkäufe sind. Entscheidend ist, dass unterbewertete Aktien gekauft, und überbewertete Aktien verkauft werden. Durch Leerverkäufe kann jedoch das Eigenkapital gesteigert werden, auch wenn dies ein höheres Risiko bedeutet.

So verdient ein Hedgefonds Geld

Bei Relative Value-Strategien wird der Spread ausgenutzt. Dies kann bedeuten, dass unterbewertete Wandelanleihen gekauft werden, während die höher bewertete Aktie verkauft wird. Bei Event-Driven Strategien wird versucht, im Vorhinein Auswirkungen von außergewöhnlichen Ereignissen auf den Aktienkurs eines bestimmten Unternehmens zu erahnen und gewinnbringend zu kaufen bzw. zu verkaufen. Solche Ereignisse können eine Übernahme, die drohende Insolvenz oder Spinn-offs sein. Global Macro Strategien versuchen, makroökonomische Prozesse, wie die Entwicklung einer bestimmten Währung, vorauszusehen.

Natürlich gibt es auch Kombinationen dieser verschiedenen Strategien. In den meisten Fällen werden diese in Dachhedgefonds umgesetzt. Die Anlage in Hedgefonds bedeutet gerade dann, wenn Fremdkapital genutzt wird, ein erhöhtes Risiko. Allerdings können sie selbst in Zeiten von Stagnation oder Rezession Gewinn erwirtschaften.

Sind Hedgefonds wirklich schlecht?

Tatsächlich wird Hedgefonds teilweise sogar eine marktregulierende Wirkung nachgewiesen. Die Aktienkurse sind als wichtiger Indikator für den Wert eines Unternehmens nur teilweise aussagekräftig. Dadurch, dass ein guter Hedgefond-Manager Über- und Unterbewertung erkennt, kann sein Handeln dazu beitragen, dass sich der Aktienkurs dem tatsächlichen Wert angleicht.

Es ist unmöglich, über das Risiko von Hedgefonds allgemeingültige Aussagen zu machen. Je nach den verwendeten Strategien kann ein Hedgefonds auch sehr zurückhaltend auf dem Markt agieren. Grundsätzlich sind Hedgefonds durchaus geeignet, um sie in das eigene Portfolio aufzunehmen. Allerdings sollte man sich vor einer Investition genau über den Fond und seine Strategien informieren und überprüfen, ob das Risiko zur eigenen Anlagestrategie passt.