Kredit nachträglich aufstocken: Ist das möglich und sinnvoll?

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Kredit nachträglich aufstocken: So geht's
Kredit nachträglich aufstocken: So geht’s

Die Aufstockung eines Kredits, der bereits in Anspruch genommen wurde, ist ein wichtiges Thema in der Finanzwelt für Verbraucher. Viele Menschen wissen überhaupt nicht, dass ein nachträgliches Aufstocken eines Kredits durchaus möglich ist. Wichtig ist dabei nur, die genauen Gegebenheiten der Aufstockung zu prüfen. Wer einen Kredit nicht sauber kalkuliert, der kann leicht in Bedrängnis kommen – dann bleibt nur die Aufstockung des Darlehens.

Wer einen Kredit aufnimmt, der muss zunächst die Laufzeit, die Verwendungszweck und natürlich die Kredithöhe festlegen. Nur wenn die passende Höhe des Kapitals feststeht, sollte man sich über die Inanspruchnahme eines Darlehens Gedanken machen. Es kann jedoch auch anders kommen: Oftmals reicht das erhaltene Geld nicht für die beabsichtigten Zwecke. Eine zu geringe Kreditsumme ist gerade bei zweckgebundenen Darlehen ein großes Problem.

Wenn während der Laufzeit eines bestehenden Ratenkredites unvorhergesehen doch mehr Geld benötigt wird, kann eine Aufstockung d.h. eine Erhöhung der Kreditsumme notwendig sein. Auf die wichtigsten Aspekte, die vor einer Aufstockung des Ratenkredites bedacht werden sollten, möchten wir in diesem Ratgeber näher eingehen. Dabei kommt es vor allem darauf an, die zusätzlichen Kosten genau durchzurechnen.

Was sollte bei einer Aufstockung beachtet werden?

Zuerst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, dass in Zukunft höhere Rückzahlungsraten anfallen. Um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten, müssen deshalb sämtliche Ausgaben auf den Prüfstand gestellt und auch ein gewisser Betrag für außerplanmäßige Ausgaben eingeplant werden. Ist dann die Erbringung der zukünftigen Rate problemlos möglich, kann die Aufstockung angegangen werden. Erster Ansprechpartner sollte dabei immer die bereits kreditgewährende Bank sein. Sie weiß über die Bonität des Kreditnehmers in der Regel bestens Bescheid, zusätzliche Bonitätsprüfungen – beispielsweise bei der SCHUFA – erübrigen sich so eventuell.

Vermutet die Bank eine schlechtere Bonität, wird sie trotzdem eine SCHUFA-Auskunft einholen. Dazu ist sie auch berechtigt, handelt es sich bei einer Aufstockung des Ratenkredites doch im rechtlichen Sinne um eine Kreditneuausrichtung. Wird der Ratenkredit bei einem anderen Finanzinstitut beantragt, ist von einem neuen Kredit auszugehen. Mit diesem wird der bestehende Kredit abgelöst. Je nach Vertragsbedingungen können hier aber Vorschusszinsen fällig werden, denn das Kreditinstitut rechnet ja mit den Zinseinnahmen.

Wie läuft eine Kreditaufstockung ab?

Den Ablauf einer Kreditaufstockung möchten wir gerne mit einem Beispiel verdeutlichen. Angenommen, Sie haben einen Privatkredit bei der Credit Europe Bank abgeschlossen und möchten im nachhinein die Kreditsummer erhöhen. Dann können Sie über die Webseite der Credit Europe Bank ein Antrag herunterladen. In dem Antrag müssen Sie u.a. die folgenden Angaben machen:

  • monatliches Nettoeinkommen,
  • weitere monatliche Einnahmen, beispielsweise aus Vermietungen oder Verpachtungen,
  • Warmmiete,
  • bei Wohneigentum zur Höhe der Hypothekenrate,
  • eventuelle Unterhaltsverpflichtungen und
  • sonstige monatliche Zahlungen wie beispielsweise weitere Kreditverpflichtungen.

Bei den weiteren Kreditverpflichtungen müssen unter anderem der Name des Kreditinstitutes, die monatliche Rate und der noch ausstehende Betrag angegeben werden.

Der Aufstockungsbetrag muss mindestens 2.500 Euro betragen. Kreditnehmer haben zudem die Möglichkeit, aus zwei Rückzahlungsmodalitäten zu wählen, wobei die derzeitige Ratenhöhe entweder beibehalten oder eine andere maximale Ratenhöhe festgelegt werden kann.

Was kostet ein regulärer Ratenkredit an Zinsen?

Wer sich für einen Ratenkredit interessiert, möchte natürlich in erster Linie wissen, mit welchen Kosten für die Vergabe zu rechnen ist. Schließlich verleiht keine Bank ihr Kapital umsonst. Betrachtet man die Kostenstruktur eines Darlehens, sind besonders zwei Zinsformen von Interesse. Erstens der Nominalzins: er umfasst die eigentlichen Kreditzinsen, welche pro Jahr von dem betreffenden Kreditinstitut dafür veranschlagt werden, dass es Geld an Neukunden verleiht.

Allerdings taucht dieser Zins in den wenigsten Darlehensangeboten auf. Im Allgemeinen geben die Banken und Kreditinstitute den effektiven Jahreszins an. Dieser beinhaltet, neben dem Nominalzins, alle zusätzlichen Kosten, welche dem Kreditnehmer durch die Aufnahme des Ratenkredites entstehen. Hierzu zählen unter anderem Bearbeitungsgebühren zur Prüfung der Bonität oder Provisionen und Kontoführungsgebühren.

Unterschiede zwischen Effektivzins und Nominalzins

In der Regel wird auch der effektive Jahreszins in Prozent vom Nennbetrag des Kredites angegeben und ist immer um einige Prozentpunkte höher als der Nominalzins. Speziell um die Vergleichbarkeit zwischen mehreren Kreditangeboten zu erleichtern und die Transparenz von Vergleichsrechnern zu verbessern wurde der effektive Jahreszins eingeführt. Je nach der gewünschten Laufzeit kann sich der Zinssatz verändern.

In Deutschland ist dessen Angabe durch gesetzliche Regelungen vorgeschrieben. Viele Kreditnehmer profitieren von dieser Vorgabe, da gerade ein Online-Kreditvergleich mit Hilfe des Effektivzinses wesentlich vereinfacht wird und alle wichtigen Daten schnell zu erfassen sind.

Die Kosten eines Kredits können bei einer nachträglichen Aufstockung aber dennoch enorm steigen. Das hängt mit dem gesteigerten Risiko des Kreditgebers zusammen: Der Kreditnehmer hat offenbar nicht richtig kalkuliert oder wirtschaftet nicht gut. Entsprechend sind die Zinsen für die aufgestockte Kreditsumme im Regelfall merklich höher als die Zinsbelastung beim ursprünglich in Anspruch genommen Darlehen.

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