Diese 5 Aktien aus Japan gehören in jedes breit gestreute Depot

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5 top Aktien aus Japan
5 top Aktien aus Japan

Der japanische Aktienmarkt ist für viele Anleger aus Europa und den USA immer noch ein rotes Tuch. Auch die Aktionärsquote in Japan selbst ist vergleichsweise gering – der horrende Börsenabsturz von 1990 stürzte das Land aus dem Südosten Asien in eine so schwere Krise, dass sich Japan und der zugehörige Kapitalmarkt bis heute nicht gänzlich davon erholen konnte.

Die japanische Wirtschaft befand sich vor 1990 jahrelang in einem beispiellosen Boom. Nicht nur die Kapitalmärkte, sondern auch der Immobilienmarkt waren massiv überkauft. Zeitweise war der Grund und Boden des Kaiserpalasts in Tokio mehr wert, als der gesamte Bundesstaat Kalifornien. Beim Crash 1990 verlor der Nikkei Index dann auf Jahressicht stolze 40 % an Wert.

Heute ist der Nikkei 225 noch immer nicht auf dem Wert angekommen, den er vor dem Börsencrash hatte. Entsprechend zurückhaltend sind Aktionäre in Japan und weltweit. Dabei ist der Markt heute günstig bewertet und bietet zahlreiche Chancen, die oft unentdeckt bleiben. In diesem Beitrag zeigen wir 5 Aktien aus Japan, die für Anleger an der Börse einen Blick wert sein dürften.

Softbank: Der Technologie-Investor um Masayoshi Son

Wer die Finanznachrichten verfolgt, der wird in den letzten Wochen zweifelsfrei von Masayoshi Son, dem schrillen Gründer und CEO von Softbank, gehört haben. Der „Wal der Nasdaq“ trieb durch massenhaft Optionskäufe den Kurs des Technologieindex auf immer neue Höchststände. Dabei ist das Kerngeschäft von Softbank eigentlich die Beteiligung an Technologieunternehmen.

Der Softbank Konzern hat bereits bei der Entwicklung des iPhone 3G mitgearbeitet und konnte seither eine Reihe von erfolgreichen Investments tätigen. Leider bescherte die hohe Beteiligung am skandalumwobenen StartUp „WeWork“ von Adam Neumann Softbank so hohe Abschreibungen, dass der Konzern wochenlang nicht aus den Schlagzeilen herauskam.

Die Beteiligungen von Softbank sind breit gestreut und das Vertrauen in den für seine visionären Ansichten gefeierten, teilweise aber auch belächelten CEO ist ungebrochen. Anleger, die kein Problem mit Volatilität haben und breit diversifiziert in Technologieunternehmen investieren möchten, sollten Softbank einer genaueren Analyse unterziehen.

Kao Corporation: Chemie und Kosmetik für die Welt

Kao ist ein japanisches Unternehmen, wie es im Buche steht. Die Unternehmensführung hat strenge ethische Leitlinien für sich selbst aufgestellt, die zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen und kundenzentrierten Geschäftsführung verpflichten. Die Bilanz ist, wie für japanische Konzerne typisch, ausgezeichnet und verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote von über 50 %.

Die Kao Corp. gehört zu den größten Kosmetik- und Chemieherstellern in Japan. Zu den bekannten Kosmetikmarken aus dem Luxussegment gehören etwa Molton Brown und John Frieda, es gibt jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Kosmetikmarken aus dem Hause Kao. Im Chemiebereich wird Spezialchemie für Industrie und Wirtschaft hergestellt und vertrieben.

Kao kann mit einer moderaten Bewertung nach westlichen Gesichtspunkten, aber mit einer ambitionierten Bewertung im japanischen Durchschnitt aufwarten. Das Wachstum hatte sich zuletzt etwas verlangsamt, der Kurs geht jedoch nach wie vor nach Norden. Wer einen defensiven Wert aus Japan sucht, der ist mit der Aktie von Kao bestens beraten.

Unicharm Corporation: Nichtzyklischer Konsum aus Japan

Nichtzyklischer Konsum ist für jedes Aktiendepot die beste Absicherung in Krisenzeiten. Insbesondere die Produkte von Unicharm aus Japan gehören zu den beliebtesten und bekanntesten Produkten aus diesem Bereich in der asiatischen Welt. Im Westen kennt man die Marken von Unicharm kaum, dafür sind diese in Asien umso bekannter und beliebter.

Neben Windeln werden vor allem Monatsprodukte aus dem Hygienebereich angeboten. Hier hat das Unternehmen in vielen Bereichen die unangefochtene Marktführerschaft in Asien, auch über Japan hinaus. Diese Produkte werden über verschiedene Marken in unterschiedlichen Preissegmenten angeboten. Selbst in Krisenzeiten werden diese Produkte benötigt und gekauft.

Auch wenn Unicharm zuletzt eher weniger Wachstum aufweisen kann und die Bewertung durchaus ambitioniert ist: die Bilanz strotzt nur so von Stärke. Die geringe Verschuldung und eine Eigenkapitalquote von über 50 % sorgen für eine stabile Ausgangslage für die Zukunft. Fans von Konsumgüter-Aktien sind mit diesem Titel gut versorgt als Alternative zu etwa Procter & Gamble.

Asahi Group: Die Nr. 7 der weltweit größten Brauereien

Zwar wird in Europa immer weniger Bier getrunken – in Asien ist dieser Trend jedoch nicht zu beobachten. Auch in anderen Regionen der Welt gibt es weiterhin eine hohe Nachfrage nach alkoholischen Getränken. Diesen Markt bedient die aus Japan stammende Asahi Group. Dieses Unternehmen ist aktuell das siebtgrößte Brauereiunternehmen auf der ganzen Welt.

Unter verschiedenen Marken werden unterschiedliche Biere mit verschiedenen Schwerpunkten und Charakteristika angeboten. Die Produkte von Asahi werden weltweit angeboten, selbst in Deutschland findet man die Getränke in gut sortierten Supermärkten. Dank kontinuierlicher Aktienrückkäufe steigt das Eigenkapital pro Aktie Jahr für Jahr – gut für Aktionäre.

Die Asahi Group wächst seit Jahren kontinuierlich und konnte in den letzten 7 Jahren den Umsatz fast verdoppeln. Zwar liegt die Eigenkapitalquote mit rund 37 % nicht sehr hoch, dennoch ist dieser Wert absolut in Ordnung. Auch ansonsten gibt die Bilanz keinen Grund für Zweifel, insbesondere wurde die Dividenden in den vergangenen Jahren massiv gesteigert.

Itochu Corporation: Breit diversifiziertes Handelshaus

Als Warren Buffett auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in den USA in fünf japanische Handelsunternehmen investierte, war die Welt erstaunt. Bei genauem Hinsehen befanden sich darunter aber auch echte Value-Perlen, unter anderem die Itochu Corporation. Dieses Unternehmen, zu dessen Muttergesellschaft rund 700 Unternehmen gehören, ist eines der größten Handelshäuser aus Japan.

Egal ob Erdöl, Textilien, Konsumgüter, Nahrungsmittel, Informationstechnologie oder Kommunikation – es gibt kaum Branchen, in denen der japanische Konzern nicht aktiv ist. Das führt zu einer hohen Streuung und damit zu einem äußerst geringen Risiko: Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden viele der Produkte und Dienstleistungen des Konzerns zwingend benötigt.

In den vergangenen sechs Jahren konnten der Umsatz und der Gewinn des Unternehmens verdoppelt werden. Die Eigenkapitalquote liegt knapp unter 30 %, dafür zahlt das Unternehmen aber eine solide Dividende. Wer einen breit aufgestellten Konzern mit guter Finanzausstattung sucht, der kann bei der Itochu Corporation aus Japan beherzt zugreifen.

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