Zukunftsbonus – Besonderheit bei Investment-Farbedelsteinen

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Farbedelsteine zählen zu den mobilen Sachwerten und erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei besorgten Investoren. Sie sind wunderschön und wertvoll. Und sie haben das Potenzial, spektakulär im Wert zu steigen. Diese Chance auf einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs bezeichnen Fachleute als “Zukunftsbonus”.

Farbedelsteine als Investment

Farbedelsteine können eine attraktive, alternative Anlageform darstellen, aber nicht alle Edelsteine sind gleichermaßen für Investments geeignet. Bestimmte Farbedelsteine gelten als besonders wertvoll, sind deshalb begehrter und häufiger im Fokus der Investoren. Rubin, Saphir und Smaragd werden als “The Big Three” bezeichnet. Sie machen das Gros der Investment-Farbedelsteine aus. Schätzungen zufolge liegt ihr Anteil bei rund  80-90 Prozent des gesamten Farbedelstein-Investmentmarktes. Einige weitere, wie Tansanit, Alexandrit, Aquamarin, Tsavorit oder Paraiba-Turmalin sind als Nebenwerte beliebt. Ihr Markt ist aber deutlich kleiner.

Seltenheit und Top-Qualität

Um wertvoll genug für ein Investment zu sein, muss ein Farbedelstein gewisse Bedingungen erfüllen. Die beiden wichtigsten sind Seltenheit und Top-Qualität. Die meisten natürlich vorkommenden Edelsteine verfügen über keine allzu gute Qualität. Ihre Farben sind unattraktiv, sie haben viele Einschlüsse oder sind winzig klein. Mittels diverser Behandlungsmethoden gelingt es aber, auch aus diesen tendenziell unscheinbaren Exemplaren wahre Schönheiten zu zaubern. Farbe und Reinheit werden durch Erhitzen und Bestrahlung verbessert, Risse mit Öl, Harz oder Glas gefüllt und ganz schwierige Fälle werden kurzerhand gefärbt. Nur ca. 2-3 Prozent der jährlichen Farbedelstein-Fördermenge ist schon von Natur aus so hochwertig, dass es keinerlei Behandlung bedarf. Und genau diese 2-3 Prozent sind es, die als Investment-Farbedelstein in Frage kommen. 

Preisentwicklung von Farbedelsteinen

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Preise für Investment-Farbedelsteine unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Krisen jedes Jahr konstant um etwa 5-7 Prozent steigen. Das alleine macht sie bereits zu einem attraktiven Asset. 

Bei Farbedelsteinen gibt es aber eine einzigartige Besonderheit, die den Wert bestimmter Steine weit über diese durchschnittlichen 5-7 Prozent hochschießen lässt. Im Unterschied zu Edelmetallen oder Diamanten spielt die Herkunft bei der Preisentwicklung von Farbedelsteinen eine entscheidende Rolle. 

Farbedelsteine kommen in der Natur sehr, sehr selten vor, viel seltener als Gold und Diamanten. So werden pro Jahr etwa 3.000 Tonnen Gold und 9 Tonnen Diamanten gefördert. Im Vergleich dazu wirkt die Fördermenge von Farbedelsteinen mit etwa 600 Kilogramm verschwindend gering. Wenn man nun bedenkt, dass von diesen 600 Kilogramm höchstens 2-3 Prozent, also etwa 15 Kilogramm, für Investments geeignet sind, wird verständlich, was mit “Seltenheit” gemeint ist.

Beste Qualität

Hinzu kommt, dass nicht alle Fundorte die gleiche Qualität liefern, weshalb es nur wenige begehrte Abbaugebiete gibt. Wenn nun eine Mine, in der zuverlässig Top-Qualitäten gefunden wurden, irgendwann erschöpft ist, von dort keine neuen Steine mehr auf den Markt kommen und nur noch die Steine gehandelt werden können, die schon auf dem Markt sind, dann kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen Preissteigerungen. 

In der Vergangenheit konnten solche Entwicklungen bei Rubinen und Saphiren beobachtet werden. Sowohl die Rubine mit dem begehrten Farbterminus Taubenblutrot aus der burmesischen Mogok-Mine als auch die kornblumenblauen Saphire aus der Kaschmir-Region verfügen über außergewöhnliche Qualität und zählen heute zu den wertvollsten Farbedelsteinen überhaupt. Wer in den Jahren vor den Minenschließungen noch in solche Steine investiert hat, kann sich heute über spektakuläre Preissteigerungen von bis zu 700 Prozent freuen. Experten rechnen damit, dass sich auch in Zukunft die Preise dieser wundervollen Edelsteine weiter nach oben entwickeln werden. Diese nicht planbaren Preissteigerungen, die es ausschließlich bei Farbedelstein-Investments gibt, sind der Zukunftsbonus. 

Potenzielle Anwärter auf den Zukunftsbonus

Da jede Mine irgendwann erschöpft sein wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Geschichte wiederholen wird und auch Edelsteine aus anderen Regionen immense Wertsteigerungen erfahren können. Experten rechnen damit, dass dies am ehesten bei Rubinen aus Mosambik und Saphiren aus Madagaskar der Fall sein wird. Einzelne Exemplare weisen hervorragende Qualitäten auf und kommen in Bezug auf Farbe und Reinheit den Steinen aus Burma bzw. der Kaschmir-Region extrem nahe.

Als Geheimtipp für einen möglichen Zukunftsbonus wird aktuell der Tansanit gehandelt. Dieser strahlend blaue Edelstein wurde bislang nur in Tansania gefunden und die dortigen Vorräte gehen voraussichtlich in den nächsten 10 bis 20 Jahren zur Neige. Sollten bis dahin keine neuen Vorkommen entdeckt werden, ist auch der Tansanit ein heißer Kandidat für spektakuläre Preissteigerungen.

Zukunftsbonus – unverhoffte Wertsteigerung

Natürlich hoffen viele Investoren darauf, dass auch sie bald vom Zukunftsbonus profitieren können. Dennoch sollte diese Hoffnung nicht der alleinige Grund für eine Geldanlage in Farbedelsteine sein. Der vorrangige, eigentliche Zweck von Farbedelsteinen im Investmentportfolio ist ein anderer: Sie dienen der Diversifikation und erlauben es, Vermögen langfristig zu sichern und sie bestmöglich an die nächste Generation weiterzugeben. Sie konzentrieren große Vermögen auf engstem Raum, weisen keine metallischen Effekte auf und bleiben so in jeder Lebenslage zu 100 Prozent mobil

Der Zukunftsbonus ist zwar eine erfreuliche, zusätzliche Wertsteigerung, aber eben ein nicht planbarer Bonus. Er ist eine zusätzliche Draufgabe und sollte deshalb nie vorausgesetzt werden. Niemand kann vorhersehen, wann welche Minen geschlossen werden müssen, wo neue Vorkommen entdeckt, welche Qualitäten noch zutage gefördert werden und wie sich die Nachfrage entwickeln wird. All diese Faktoren sind aber ausschlaggebend für die Möglichkeit eines überdurchschnittlichen Wertanstiegs.

Fazit

Der Zukunftsbonus kommt weder bei Edelmetallen noch bei Diamanten, sondern ausschließlich bei Farbedelsteinen zum Tragen. Es ist leider niemals vorhersehbar, ob ein Farbedelstein irgendwann davon betroffen sein wird oder nicht. Zwar gibt es bestimmte Anzeichen, die auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hindeuten, doch absolute Sicherheit besteht nicht.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass ausgewählte Steine in den Genuss des Zukunftsbonus kommen, stellt dies für jeden Investor, der solch einen Edelstein besitzt, zweifellos einen erfreulichen Anlass dar.

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