Welche Edelsteine eignen sich als langfristiges Investment?

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Welche Edelsteine eignen sich als langfristiges Investment?

Edelstein ist nicht gleich Edelstein. Es gibt gewaltige Unterschiede. Im ersten Schritt ist es wichtig, Diamanten von Farbedelsteinen abzugrenzen, da diese zwei grundsätzlich verschiedene Formen des Investments darstellen. Des weiteren kommt es auf die Qualität des Edelsteins an.

Vor allem Farbedelsteine sind als Investment geeignet, denn…

  • sie sind äußerst selten. In der Natur kommen sie geologisch weitaus seltener vor als Diamanten.
  • sie ermöglichen eine maximale Vermögenskonzentration auf engstem Raum. Zum Beispiel kann ein Rubin von zwei Karat in bester Qualität den Gegenwert von einem Kilogramm Gold haben.
  • Farbedelsteine korrelieren nicht mit Märkten und bieten somit einen sicheren Hafen, da sie unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Krisen stabil bleiben.
  • im Gegensatz zu Gold, Wertpapieren oder Immobilien werden sie nicht registriert, was sie vor staatlichem Zugriff schützt.
  • Farbedelsteine profitieren im Gegensatz zu Diamanten von einem Zukunftsbonus, was bedeutet, dass ihr Wert um ein Vielfaches steigen kann, wenn die Mine, aus der sie stammen, keine Steine in Top-Qualität mehr liefert.

Fördermengen in 2021

Einige wichtige Zahlen zum Vergleich: Im Jahr 2021 wurden weltweit rund 3.000 Tonnen Gold, 9-10 Tonnen Diamanten für die Schmuckindustrie und nur 600 Kilogramm der sogenannten Big Three der Farbedelsteine (Rubin, Saphir, Smaragd) abgebaut. Diese drei Edelstein-Arten sind für Investoren grundsätzlich am relevantesten. Doch von diesen 600 Kilogramm verfügen lediglich 2-3 Prozent über Top-Qualität. Das bedeutet, dass in 2021 nur rund 15 Kilogramm Farbedelsteine auf den Markt kamen, die als Investment geeignet waren.

The Big Three

Der Rubin ist der begehrteste und bekannteste Farbedelstein der Welt. Er gehört zu der Familie der Korunde und ist die rote Varietät des Korunds. Rubine kommen weltweit nur in wenigen Abbaugebieten vor, die wichtigsten liegen in Sri Lanka, Thailand, Vietnam und Burma. Die Mogok-Mine in Burma ist berühmt für ihre exzellenten Pidgeonblood-Red Rubine, doch leider sind die Vorkommen versiegt. Seit Ende der 1990er Jahre werden dort keine solchen Rubine mehr gefördert, was zur Folge hat, dass diese Steine extrem teuer geworden sind. Der heutige Geheimtipp für Rubine ist Mosambik. Seit 2008 werden dort Rubine gefunden, seit 2014 auch in Investmentqualitäten. Farblich kommen sie den begehrten Pidgeonblood-Red Rubinen aus der Mogok-Mine sehr nahe. Doch da die Minen in Mosambik noch Top-Qualitäten liefern, sind die Preise für diese Steine noch moderat.

Der blaue Saphir ist der begehrteste Farbedelstein in Europa. Auch er gehört zur Familie der Korunde, er ist die blaue Varietät des Korunds. Korunde in anderen Farben (außer Rot) werden ebenfalls Saphir genannt, doch sie sind von vergleichsweise geringer Bedeutung. Es gibt nur wenige begehrte Abbaugebiete für blaue Saphire. Momentan werden in Sri Lanka und Madagaskar die begehrtesten Qualitäten gefunden. Die teuersten Saphire mit dem begehrten Farbterminus “Kornblumenblau” wurden in der Vergangenheit in der Kaschmir-Region gefunden, im Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan. Die Situation gleicht der der Burma-Rubine: Es werden seit geraumer Zeit in der Kaschmir-Region keine Top-Qualitäten mehr gefunden, weshalb die Preise sich in den Jahren seit den letzten Funden stetig vervielfachen. Saphire aus Madagaskar oder Sri Lanka gelten heute als Geheimtipp, da allgemein angenommen wird, dass die Steine aus den dortigen Minen in absehbarer Zukunft eine ähnliche Wertsteigerung erfahren werden wie die der Kaschmir-Region.

Der grüne Smaragd ist der begehrteste Farbedelstein im asiatischen Raum. Er gehört zur Familie der Berylle und hat auf der Mohs-Skala einen Wert von 7,5 bis 8. Damit ist deutlich weicher als ein Korund oder Diamant. Der Smaragd hat in der Regel Einschlüsse. Diese Einschlüsse sind, sofern sie nicht störend sind, kein Grund für eine Wertminderung. Im Gegenteil. Sie sind ein Hinweis auf seine Natürlichkeit und werden als Jardins, die Gärten des Smaragds, bezeichnet. Begehrte Herkünfte des Smaragds sind Sambia, Russland oder Kolumbien. Smaragde sind oft geölt, was bei geringfügiger Behandlung keine Wertminderung bedeutet. Der Grund dafür ist simpel: Ein Smaragd wird üblicherweise direkt an der Mine in ein Ölfass geworfen, damit der weiche, aber spröde Stein in der Folge keinen Schaden nimmt und später besser geschliffen werden kann.

Der Tansanit, der Hidden-Champion

Der blaue Tansanit kommt nur in Tansania vor und ist ein Farbwechselstein. Das bedeutet, je nach Lichteinfall variiert seine Farbe zwischen Blau und Violett. Er gilt als einer der jüngsten Investment-Farbedelsteine, da er erst Ende der 1960er Jahre in Tansania gefunden wurde. Durch eine Marketingaktion von Tiffany’s in den 1970er Jahren bekannt gemacht, gehört er heute in Amerika und Europa zu den begehrtesten Farbedelsteinen. Aufgrund seines relativ günstigen Preises ist er sowohl ein hervorragendes Erstinvestment, als auch eine ideale Beimischung für ein bestehendes Edelstein-Portfolio. Gelegentlich werden auch Tansanit-Pärchen angeboten, also zwei Steine mit gleichem Schliff und ganz ähnlichen Farbqualitäten. Solche Pärchen sind geologisch gesehen noch viel seltener als einzelne Steine, was sie als Investment noch attraktiver macht.

Weitere wichtige Eigenschaften eines Investment-Farbedelsteins

Um als Investment wirklich interessant zu sein, muss ein Farbedelstein gewisse Werte in sich vereinen:

  • Er muss ein gewisses Mindestgewicht haben. Dieses variiert je nach
    Edelstein-Art. Als Investment eignen sich Rubine ab 1 Karat, Smaragde ab 1,5 Karat und Saphire ab 2 Karat.
  • Er muss eine begehrte Farbe haben und darf keine störenden Einschlüsse aufweisen.
  • Er muss unbehandelt sein, darf also weder erhitzt, noch bestrahlt, noch irgendwie anderweitig behandelt worden sein. Behandelte Steine taugen nicht als Investment.
  • Er muss exzellent geschliffen sein.
  • Ein Befundbericht von einem international anerkannten gemmologischen Institut muss seine Qualitäten bestätigen, ein Wertgutachten Aufschluss über seinen Marktwert geben.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Farbedelsteine weisen gewisse Vorteile gegenüber Diamanten auf und sind deshalb das attraktivere Investment. Eine begehrte Farbe, höchste Reinheit, eine gewisse Mindestgröße und ein exzellenter Schliff machen aus einem unbehandelten Farbedelstein einen idealen Investmentstein. Befundbericht und Wertgutachten dokumentieren die erstklassigen Eigenschaften und dienen dem Investor als Sicherheit. Die größten Chancen auf Wertsteigerungen haben Farbedelsteine aus Minen, die heute höchste Qualität liefern, bei denen aber davon ausgegangen werden darf, dass das Edelsteinvorkommen in naher Zukunft erschöpft sein wird. Dann würde der Zukunftsbonus greifen, der den Wert den bislang dort geförderten Investmentsteine überdurchschnittlich stark ansteigen lässt.

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